Paradise, picture, Henna, Gold on Canvas, 190 X 155cm
Projection of picture, loop, 4 min, Bern 2006
Die Arbeit „Paradise“ setzt sich auf elementare Weise mit dem Krieg im Irak auseinander und verbindet verschiedene mediale Ebenen zu einem Ganzen, das den Betrachter nicht berührt lässt. Als Malstoffe verwendet Wamidh Al-Ameri mit Henna und Gold zwei Materialien, die seit Urzeiten eine wichtige Rolle bei rituellen Handlungen spielen und symbolisch für die Ewigkeit stehen. Die Leinwand wurde kaum grundiert, sodass die Farbe regelrecht eindringt in den Stoff – als helle Lichtpunkte wirken farbfreien Stellen. Zu sehen ist eine Paradiesszene, die bewusst nicht an christliche Darstellungstraditionen und die damit verbundene Vorstellung eines vorzeitlichen Garten Edens anknüpft. Vielmehr geht es um das im Koran beschriebene Paradies der Zukunft, in dem Honig und Milch fliessen. Die hell-dunkle Ansicht vermittelt ebenso strahlende Verheissung wie latente Bedrohung. Im medialen Kontrast dazu werden über diese Malerei fortlaufende Daten des Kriegs im Irak projiziert – vom ersten Tag des Kriegs bis zur Finissage dieser Ausstellung. Der Künstler bringt damit jede Ausstellung neu in Verbindung mit dem Kriegsgeschehen – das Kunstwerk als Zeitstopper realpolitischer Ereignisse.
Julia Häcki, Zürich
September 2011